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Re-Wir e. V. - Wohnform

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Ein Mehrgenerationenhaus ist nicht einfach nur ein Haus, in dem mehrere Generationen wohnen. Ein Mehrgenerationenhaus fördert die Begegnungen der Bewohner/Bewohnerinnen durch seine Architektur und Raumaufteilung. Dies sind für die äußere Architektur besondere Gebäudeformen, die (zufällige) Begegnungen der Bewohner/Bewohnerinnen unterstützen, wie z. B. Atrium- oder U-Bauform, oder eine zugewandte Anordnung von Teilgebäuden. Im Außenbereich haben Mehrgenerationenhäuser häufig Treffpunkte durch die Erschließung mit Laubengängen oder Fahrradplätze oder Terrassen, die von kleinen Personengruppen spontan genutzt werden können. Für die innere Architektur gibt es einen großen Gemeinschaftsraum, der ausreichend Platz für alle Bewohnerinnen und Bewohner bietet sowie weitere kleine Gemeinschafts- oder Hobbyräume. Dadurch reduziert sich der Platzbedarf der einzelnen Wohnungen. Da es i.d.R. auch ein Gästeappartement gibt, braucht kaum ein Bewohner/Bewohnerin ein Gästezimmer. Sogenannte Jokerräume oder Schalträume können flexibel genutzt werden und sind oft von 2 Wohnungen und dem Flur aus zugänglich, um je nach Bedarf genutzt zu werden. Bundesweit nehmen rund 540 Häuser am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus teil.

Was ist ein Wohnprojekt?

Als ein Wohnprojekt versteht sich eine Gruppe von Menschen, die ein oder mehrere Häuser gemeinsam entwickeln, bewohnen und verwalten, um in einer bestimmten Wohnform zu wohnen. Hierbei findet i.d.R. ein längerer Findungsprozess statt, in dem neue Mitglieder kommen und gehen, bis die Gruppe „konsolidiert" ist. Dann wird  ein Grundstück oder ein Gebäude gesucht, in dem sich die Wohn- und Lebensidee realisieren lässt. Ein Wohnprojekt kann in eigener oder fremder Trägerschaft entstehen. Bei der eigenen Trägerschaft sind die Bewohner/Bewohnerinnen die Eigentümer/Eigentümerinnen und können das ganze Gebäude gemeinschaftlich bauen oder erwerben oder jeder erwirbt seine Wohnung. Die fremde Trägerschaft geschieht häufig durch eine Wohnungsbaugenossenschaft oder manchmal auch private Bauträger.     

Unser Vorhaben

Projekte in eigener Trägerschaft verwenden oft zukunftsträchtige Bautechnologien, (z. B. KFW 40 Plus, Drei-Liter-Haus oder Passivenergiehaus, nachwachsende Rohstoffe bei den Baumaterialien), die von Bauträgern oder Wohnungsbauunternehmen selten verwendet werden, weil die Investitionskosten dadurch steigen. An den deutlich niedrigeren Nebenkosten durch Energieeinsparungen sind derartige Unternehmen i.d.R. nicht so sehr interessiert wie die späteren Bewohner. In Wohnprojekten, bei denen die späteren Bewohner auch die Bauherrinnen/Bauherren des Gebäudes sind, gibt es deshalb eine Interessenslage, die offener für ökologische Technologien ist. Für unser Wohnprojekt wollen wir Folgendes umsetzen: In gemeinsamer, bürgerschaftlicher Trägerschaft möchten wir ein energiesparendes, ökologisches, generationsübergreifendes, barrierefreies (nach DIN 18040) Mehrgenerationenhaus mit ca. 15 -25 separaten Wohneinheiten errichten, das unter anderem 

  • die Begegnung der Generationen/Bewohnerinnen/Bewohner unterstützt und mindestens einen großen und einen kleinen Gemeinschaftsraum enthält
  • ein Gästezimmer/Appartment mit Bad enthält, das von den Bewohnern für Besucher genutzt werden kann
  • einen zentralen Treffpunkt im Außenbereich vorhält, der von großen Personengruppen bzw. allen Bewohnern inkl. Kindern gemeinsam genutzt werden kann
  • mindestens die Energieeffizienzklasse KFW 40 oder höher (KFW 40 plus/Passivhausstandard) aufweist
  • möglichst viele recycelbare Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen enthält
  • bei der Bauplanung mindestens die Hälfte der späteren Bewohnerinnen/Bewohner unterschiedlicher Generationen einbezieht. 

 

Beispiele

 

In unseren unmittelbaren Nachbarstädten gibt es viele derartige Projekte:

Haltern: Lina Haus, Bezug 2017, 20 Parteien, e.V. / selbstgegründete Genossenschaft als Träger, Passivenergiehaus mit Photovoltaik, Wärmerückgewinnung, Holzpelletheizung. (KschSNRW*)

Herne: We House, Umbau des Sodinger Bunkers mit 20 Wohnungen durch eine GmbH & Co. KG (Bewohner = Kommanditisten), Restaurant und Dachgewächshaus, Bezug Mitte 2021. (KschSNRW*)

Borken: ”Tapetenwechsel e.V.”, Mehrgenerationenwohnen auf einem 4.000m² Grundstück im Neubaugebiet Hovesath, 30 Wohneinheiten, Bezug 3/2020, mit externem Investor.

Bochum: Bunter Block, genossenschaftliches Wohnprojekt mit 10 Parteien in der ehemaligen Bertram-Grundschule, „Konzeptvergabe“, Realisierung mit Trias als Erbbaurechtgeber.

Bochum: Glockenhof, Mehrgenerationenhaus in ehemaliger Schule in Altenbochum, 18 Wohnungen, Bezug 2017, Neu gegründete Genossenschaft als Träger.

Dortmund: 6  „Wir Häuser“ mit unterschiedlichen Rechtsformen und Standorten.

Münster: Mehr als Wohnen Mecklenbeck e.V., 30 Wohnungen in 4 Gebäuden, mit “Post Platz”, zentralem Garten, Café, Boule-Platz, Velo Platz, Bezug 2020, “Konzeptvergabe”.

LebensART Lüdinghausen e.V.: Mehrgenerationenwohnen, 16 Parteien: 5 Familien, 6 WE unter 65 Jahre, 5 WE über 65 Jahre, 1 Gästewohung,  =16 WE, Bezug 2018

*) KschSNRW = Klimaschutzsiedlung Nordrhein-Westfalen